Deckungsbeitrag

Ein Produkt mit scheinbar guter Marge kann am Monatsende trotzdem rote Zahlen schreiben. Schuld sind Kosten, die in der schnellen Kalkulation gern untergehen. Eine einzige Kennzahl deckt auf, was pro Verkauf wirklich übrig bleibt.

Deckungsbeitrag

Den echten Deckungsbeitrag verstehen und richtig berechnen

Was ist der Deckungsbeitrag?

Der Deckungsbeitrag ist der Betrag, der nach Abzug aller variablen Kosten eines Verkaufs vom Umsatz übrig bleibt und zur Deckung der Fixkosten sowie zur Gewinnerzielung beiträgt. Er zeigt, wie viel ein einzelnes Produkt oder eine einzelne Bestellung tatsächlich zum Ergebnis eines Unternehmens beisteuert.

Damit gehört er zu den wichtigsten Kennzahlen im Controlling und in der Kalkulation. Er trennt klar zwischen variablen Kosten, die mit jedem Verkauf neu anfallen, und Fixkosten wie Miete, Personal oder Software, die unabhängig von der Verkaufsmenge bestehen.

Bleibt nach Abzug der variablen Kosten ein positiver Betrag, leistet jedes verkaufte Stück einen Beitrag zum Unternehmensergebnis. Genau darauf verweist der Name dieser Kennzahl. Sie deckt zuerst die laufenden Kosten und füllt anschließend die Kasse für Fixkosten und Gewinn.

Wie wird der Deckungsbeitrag berechnet?

Die Berechnung folgt einer einfachen Logik. Vom Umsatz ziehen Sie alle variablen Kosten ab, das Ergebnis ist der Deckungsbeitrag. Je sauberer Sie die variablen Kosten erfassen, desto belastbarer fällt das Ergebnis aus.

Deckungsbeitrag pro Stück und gesamter Deckungsbeitrag

Auf Produktebene rechnen Sie mit dem Stück-Deckungsbeitrag. Er ergibt sich aus dem Verkaufspreis abzüglich der variablen Stückkosten. Multiplizieren Sie diesen Wert mit der verkauften Menge, erhalten Sie den gesamten Deckungsbeitrag eines Zeitraums.

Als variabel gelten alle Kosten, die direkt mit dem Verkauf steigen oder fallen. Dazu zählen Wareneinsatz, Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und anteilige Fulfillment-Kosten. Wer hier Positionen vergisst, ermittelt einen zu hohen und damit irreführenden Wert.

Einfacher und echter Deckungsbeitrag im Vergleich

In der Praxis kursieren zwei Varianten der Kennzahl. Der einfache Deckungsbeitrag rechnet lediglich Verkaufspreis minus Einkaufspreis. Diese Sicht ist schnell, aber meist zu optimistisch, weil sie wichtige Kostenarten ausblendet.

Der echte Deckungsbeitrag berücksichtigt dagegen sämtliche variablen Kosten, die pro Bestellung tatsächlich anfallen. Erst diese vollständige Rechnung zeigt, ob ein Verkauf das Unternehmen wirklich voranbringt.

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Echter Deckungsbeitrag im E-Commerce

Gerade im Onlinehandel klafft zwischen beiden Werten oft eine große Lücke. Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Retouren summieren sich pro Bestellung spürbar, sodass ein Artikel mit guter Brutto-Marge am Ende kaum etwas abwirft. Mit einer gezielten Online-Shop Optimierung lassen sich genau diese variablen Kosten senken, was den Wert unmittelbar stärkt.

Das folgende Beispiel zeigt, wie aus einem Verkaufspreis von 100 Euro netto nach Abzug aller variablen Kosten der echte Deckungsbeitrag entsteht.

Position Betrag
Verkaufspreis netto 100 Euro
Wareneinsatz 50 Euro
Versand 6 Euro
Verpackung 2 Euro
Zahlungsgebühr 3 Euro
Retourenkosten 4 Euro
Echter Deckungsbeitrag 35 Euro

Von den 100 Euro Umsatz bleiben somit 35 Euro, um Fixkosten zu decken und Gewinn zu erwirtschaften. Die einfache Rechnung hätte 50 Euro ausgewiesen und die Profitabilität damit deutlich überschätzt.

Worin sich Rohertrag und Deckungsbeitrag unterscheiden

Rohertrag und Deckungsbeitrag werden häufig gleichgesetzt, meinen aber nicht dasselbe. Der Rohertrag ergibt sich aus Umsatz minus Wareneinsatz und betrachtet damit nur die reinen Warenkosten.

Der Deckungsbeitrag geht weiter und zieht alle variablen Kosten ab, also auch Versand, Verpackung, Zahlungsgebühren und Retouren. Dadurch liegt er in der Regel unter dem Rohertrag und bildet die Profitabilität realistischer ab. Wer beide Begriffe verwechselt, plant mit zu optimistischen Zahlen.

Deckungsbeitrag laufend je Artikel auswerten

Moderne Shopsysteme können diese Kennzahl automatisch je Produkt oder Bestellung ausweisen. Eine WooCommerce Agentur richtet die nötigen Auswertungen so ein, dass die variablen Kosten je Artikel direkt einfließen. So entsteht aus einer theoretischen Größe ein laufendes Steuerungsinstrument.

Wofür der Deckungsbeitrag im Unternehmen genutzt wird

Der Deckungsbeitrag ist mehr als eine Zahl für den Jahresabschluss, er steuert konkrete Entscheidungen. Aus ihm leiten Sie die Preisuntergrenze ab. Unter den variablen Kosten darf ein Preis dauerhaft nicht liegen.

Ebenso hilft die Kennzahl bei der Bewertung des Sortiments. Produkte mit hohem Deckungsbeitrag verdienen mehr Aufmerksamkeit, schwache Positionen lassen sich gezielt überarbeiten oder auslisten. Auch der Break-even, also der Punkt, ab dem alle Fixkosten gedeckt sind, lässt sich darüber bestimmen.

Deckungsbeitrag in Handel und Handwerk

Im Handel entscheidet der Deckungsbeitrag mit darüber, welche Artikel beworben und welche Rabatte gewährt werden. Im Handwerk dient er der Auftragskalkulation, weil jeder Auftrag seine variablen Kosten tragen und einen Beitrag zu den Fixkosten leisten muss.

Seit dem Jahr 2010 begleiten wir Händler und Dienstleister dabei, ihre Kalkulation vom geschönten auf den echten Deckungsbeitrag umzustellen. In mehr als 1.000 realisierten Projekten hat sich gezeigt, dass kleine Kostenpositionen pro Bestellung über die Profitabilität entscheiden. Eine professionelle Conversion-Optimierung sorgt zusätzlich dafür, dass mehr Besucher zu profitablen Bestellungen werden.

Häufige Fragen zum Deckungsbeitrag

Was ist ein guter Deckungsbeitrag?

Einen allgemeingültigen Zielwert für den Deckungsbeitrag gibt es nicht, da er stark vom Fixkostenblock und von der Branche abhängt. Entscheidend ist, dass die Summe aller Deckungsbeiträge die Fixkosten übersteigt. Je höher der Wert pro Verkauf, desto mehr Spielraum bleibt für Werbung und Gewinn.

Wie berechnet man den Deckungsbeitrag mit einem Beispiel?

Den Deckungsbeitrag berechnen Sie, indem Sie vom Umsatz alle variablen Kosten abziehen. Verkauft ein Shop ein Produkt für 100 Euro und fallen 65 Euro variable Kosten an, beträgt der Deckungsbeitrag 35 Euro. Dieser Betrag steht zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung.

Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?

Der Deckungsbeitrag wird vor Abzug der Fixkosten ermittelt, der Gewinn erst danach. Solange ihre Summe die Fixkosten nicht übersteigt, entsteht trotz positiver Werte noch kein Gewinn. Erst oberhalb des Break-even wird ein Unternehmen profitabel.

Was bedeutet ein negativer Deckungsbeitrag?

Ein negativer Deckungsbeitrag bedeutet, dass der Verkaufspreis nicht einmal die variablen Kosten deckt. Jeder verkaufte Artikel vergrößert dann den Verlust. In diesem Fall müssen Preise erhöht oder variable Kosten gesenkt werden, sonst lohnt sich der Verkauf nicht.

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